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15.03.2019

Gemeindekonzeption der Evangelischen Kirchengemeinde Düssel

1. Selbstverständnis der Gemeinde und Auftrag

Jesus Christus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Johannes 14,6)

Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben. (Barmer Theologische Erklärung)

Gegründet auf dieses Bekenntnis lebt unsere Gemeinde nah am Wort Gottes und nah bei den Menschen. Das bedeutet für uns, dass Jesus Christus allein Zuspruch und Anspruch unseres Lebens ist und unseren Glauben in Wort und Tat bestimmt. Von dort aus wissen wir uns zum missionarischen und diakonischen Dienst sowie zur Bewahrung der Schöpfung berufen.

Als Christen bedürfen wir der Gemeinschaft und der Nähe im Glauben. Dem dient das gemeindliche Leben. Daher gilt für uns der Grundsatz, dass alle Aufgaben, die vor Ort getan werden können, auch vor Ort getan werden sollen.

Die Evangelische Kirchengemeinde Düssel fühlt sich der jahrhundertjährigen Tradition als selbständige Kirchengemeinde verpflichtet; schon seit 1568 gibt es in Düssel evangelische Prediger. Sie versteht sich heute als eine unierte Gemeinde, in der gleichermaßen auch Mitglieder reformierten und lutherischen Bekenntnisses eine Heimat finden.

2. Situation der Gemeinde
2.1 Beschreibung und Struktur des Gemeindegebiets

Düssel

2009

2010

2011

2012

2013

Ø

2014

2015

2016

2017

2018

Ø

Haupt

2550

2517

2439

2450

2390

2480

2360

2358

2422

2386

2328

2.383

Neben

76

75

77

80

75

76

46

41

78

81

73

64

 

Die Ev. Kirchengemeinde Düssel ist eine Gemeinde mit einer Pfarrstelle, die auf Wülfrather und Wuppertaler Gebiet liegt. Zu dieser Situation führte die Gebietsreform von 1975, bei der die Grenzen zwischen den beiden politischen Kommunen geändert wurden, die der Kirchengemeinde jedoch unverändert erhalten blieben. Sie gehört dem Evangelischen Kirchenkreis Niederberg an.

Das Zentrum der Kirchengemeinde ist das von Wülfrath eingemeindete Dorf Düssel, hier befinden sich die Kirche, das Gemeindehaus mit Pfarrwohnung und Gemeindebüro, das Jugendhaus und der ev. Friedhof. Seit 2004 bildet die Bergische Diakonie Aprath (BDA) einen Gemeindebereich mit eigener Gottesdienststätte innerhalb der Ev. Kirchengemeinde Düssel. (s. Anlage 1)

Die Ev. Kirchengemeinde Düssel, die sich großflächig über mehrere Ortsteile erstreckt, umfasst sowohl ländliche wie städtische Bereiche. Geprägt ist das Gemeindegebiet traditionell durch die Landwirtschaft und die Kalkwerke. Trotz der Randlage zu Wuppertal und Mettmann hat Düssel seinen Charakter als traditionelles „Dorf“ bewahrt, in dem ein aktiver Bürgerverein das Zusammengehörigkeitsgefühl durch zahlreiche Aktivitäten fördert. Zugleich ist es aber auch eine Schlafstadt für die umliegenden Orte. Die Arbeitslosenquote und der Anteil an Ausländern liegen unter dem Durchschnitt der Umgebung.

Ehemalige Neubaugebiete erleben einen kontinuierlichen Generationenwechsel. Insgesamt kann die soziale Struktur in der Gemeinde als bürgerlich und relativ homogen im Vergleich mit anderen Gemeinden betrachtet werden.

2.2 Daten zur Kirchengemeinde
2.2.1 Entwicklung der Gemeindemitgliederzahlen

Die Gemeindemitgliederzahlen schwanken von Jahr zu Jahr, aber klar erkennbar ist der Trend negativ. Von 2.700 in den Nuller-Jahren ist der 5-Jahres-Durchschnitt mittlerweile bei unter 2.400 angekommen. Die aktuelle Zahl von 2.328 Gemeindemitgliedern (davon 73 im Nebenwohnsitz) ist höher als der tatsächliche Ist-Bestand, weil in ihr 106 Menschen enthalten sind, die zwar nicht auf dem Gebiet der Kirchengemeinde Düssel wohnen, aber eine außerordentliche Mitgliedschaft beantragt haben. Diesen „Zugepfarrten“ stehen andererseits 93 „Weggepfarrte“ gegenüber, die zwar auf dem Gebiet der Kirchengemeinde wohnen, aber zu einer anderen Gemeinde gehören (meist Wuppertal oder Wülfrath). Die tatsächliche Zahl ist also niedriger.

2.2.2 Gottesdienstbesuch


x

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

Invokavit

2

105

89

150

76

144

91

92

132

87

57

Karfreitag

2

197

154

194

151

135

171

133

138

144

81

Erntedank

2

315

256

317

230

205

211

236

228

248

81

1.Advent

2

230

167

280

201

190

200

190

202

198

46

Hl. Abend

4|3

1333

1197

1137

1202

1260

1150

1110

1195

1285

769

 

Die Schwankungen beim Gottesdienstbesuch sind teils erheblich und von daher nicht immer aussagekräftig. Immerhin: Die Gottesdienste an Heiligabend scheinen sich kontinuierlich großer Beliebtheit zu erfreuen. Und das trotz zurückgehender Gemeindemitgliederzahlen und einer Reduktion der Gottesdienste von 4 auf 3 im Jahr 2014.

2.2.3 Amtshandlungen

 


2009

2010

2011

2012

2013

Ø

2014

2015

2016

2017

2018

Ø

Taufe

32

29

27

29

24

28,2

26

25

19

24

28

24,4

Trauung

5

10

12

13

10

10,0

8

16

10

9

11

10,8

Bestattung

46

52

41

36

47

44,4

52

54

48

55

62

54,2

 

Während die Trauungen im 5-Jahres-Durchschnitt konstant bleiben, sind die Taufen rückläufig. Bei den Beerdigungen hingegen ist ein deutlicher Anstieg festzustellen. Mehr als die Hälfte der Beerdigungen sind jedoch der BDA zuzurechnen.

2.2.4 Konfirmierte

 


2009

2010

2011

2012

2013

Ø

2014

2015

2016

2017

2018

Ø

Düssel

15

28

37

32

32

28,8

19

21

17

14

14

17

BDA



3

5



2

1



3


aaO

3

5

4

8

6

5,2

5

-

(4)

(4)

(2)


 

Die tatsächliche Zahl der Konfirmierten weicht von der statistisch erfassten Zahl ab, weil in den vergangenen Jahren auch diejenigen Gemeindemitglieder hinzuaddiert wurden, die sich an anderen Orten (aaO) konfirmieren ließen. Nimmt man die in Düssel konfirmierten, so zeigt sich im 5-Jahres-Durchschnitt ein deutlicher Rückgang.

2.2.5 Altersstruktur (Stand: 18.04.2018)

 

Bei der Altersstruktur der Kirchengemeinde zeigen sich Verläufe, die typisch sind für die Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland. Nach dem Krieg gab es einen Anstieg, es wurden mehr Kinder geboren („Babyboomer“). Diese Entwicklung bricht Ende der 60er-Jahre jäh ab („Pillenknick“). Erst in den 90er-Jahren werden wieder mehr Kinder geboren. Das sind die Kinder der „Babyboomer“. Der erneute Abschwung Mitte der Nuller-Jahre korrespondiert mit den niedrigen Zahlen der 70er und 80er Jahre. Sprich: Die Kinder, die damals nicht geboren wurden, können heute auch nicht Eltern sein.


Alter

Anzahl

2018

Anzahl

2007

%

2018 (2007)

%

2018 (2007)

Alter

0 bis 5

79

68

3,3 (2,9)

6,8 (8,7) %

0 bis 10

6 bis 10

84

138

3,5 (5,8)


11 bis 15

101

162

4,2 (6,8)

10,7

(14,2) %

11 bis 20

16 bis 20

156

176

6,5 (7,4)


21 bis 30

243

214

10,2 (9,0)


51,1

(52,6) %


31 bis 40

240

316

10,1 (13,3)

21 bis 60

41 bis 50

306

410

12,8 (17,3)


51 bis 60

447

308

18,7 (13,0)


61 bis 70

323

289

13,5 (12,2)


30,5


71 bis 80

235


9,8

61 bis 100

81 bis 90

143

287

6,0 (12,1)

(24,3) %


91 bis 100

29


1,2



Summe

2386

2368




 

Das heißt: Ein erneuter Anstieg der Geburten (und Taufen) ist erst in den 20er Jahren zu erwarten (die Enkel der Babyboomer). Der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Gemeinde wird in den kommenden Jahren weiter sinken. Wenn die Babyboomer in den Jahren 2025 bis 2035 in das Rentenalter eintreten, wird der Anteil der über 60jährigen von einst 20% über derzeit 30% in Richtung von 40-50% gehen.

2.2.6 Verteilung der Gemeindemitglieder auf die Ortsteile (Stand: 18.04.2018)

 

Wohngebiet/

Ortsteil

Gemeindemitglieder

2018 (2007)

% Gesamtgemeinde

2018 (2007)

Düsseler Höhe / Radenberg

802 (829)

33,6 % (35,0 %)

Düssel (Dorf)

488 (591)

20,5% (25,0 %)

Maushäuschen, Wasserturm

372 (424)

15,6% (17,9 %)

Aprath, Oberdüssel (+ BDA),

Koxhof, Schlupkothen

325 (231)

13,6% (9,8 %)

Düsseler Tor/ Hundertwasser

141 (124)

5,9% (5,2 %)

Dornap

99 (130)

4,2% (5,5 %)

Hahnenfurt

36 (31)

1,5% (1,3 %)

+ Zugepfarrte/Eigenerfasste

123

5,2 %

Summe

2386 (2360)


 

Etwa ein Drittel und damit die größte Gruppe der Gemeindemitglieder wohnt im Wohngebiet Düsseler Höhe und Radenberg. Nicht nur in absoluten Zahlen auch prozentual geht der Anteil der Düsseler selbst weiter zurück. Hingegen haben die Gebiete Aprath, Oberdüssel, Koxhof und Schlupkothen zugelegt.

2.3 Mitarbeit in der Kirchengemeinde

Neben dem Pfarrer beschäftigt die Gemeinde drei hauptamtlich Mitarbeitende:

  • eine Mitarbeiterin im Gemeindebüro (Angestellte des Verwaltungsamtes im Kirchenkreis Niederberg)
  • eine Gemeindehelferin
  • eine Küsterin

Nebenamtlich tätig sind

eine Jugendleiterin
und eine Kirchenmusikerin (C-Musiker) sowie
eine Reinigungskraft und ein handwerklicher Helfer.

Daneben engagieren sich Gemeindemitglieder aller Altersgruppen ehrenamtlich in verschiedenen Gruppen und Kreisen oder bei sonstigen Aktivitäten. Hierzu zählen neben den Presbyter/innen die Mitarbeiter/innen und ehrenamtlich Tätigen in folgenden Bereichen:

Bastelkreis,
Besuchsdienst bei Geburtstagen,
Chor,
Düsselkinder,
Frauenkreis,
Frauengruppe „frau ev.“,
Hauskreis,
Jugendarbeit,
Kirchencafé,
Männerkreis,
Offene Kirche,
Öffentlichkeitsarbeit im Internet,
Quellenzwerge,
Redaktion und die Verteilung des Gemeindebriefes.

3. Gemeindeleben

Im Mittelpunkt unserer Gemeindearbeit steht die Verkündigung des Wortes Gottes, die Seelsorge und damit eng verbunden das Bemühen um geistliche Entwicklung bei den Gemeindemitgliedern.

3.1 Gottesdienst

„So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes.“ (Römer 10,17)

Die Gottesdienste bilden mit der Verkündigung des Evangeliums als zentraler Aufgabe und der Feier des Heiligen Abendmahles die geistliche Mitte unseres Gemeindelebens. Wir bieten neben dem traditionellen Sonntagsgottesdienst mehrere besondere Gottesdienste, die an besonderen Festen und Zeiten des Kirchenjahres stattfinden.

3.2 Kirchenmusik

Die Kirchenmusik ist ein wichtiger Teil der Verkündigung und dient dem Lobe Gottes. In der Gemeinde gibt es einen Kirchenchor, der sich als Treffpunkt für Sangesfreudige aus der Gemeinde versteht, aber auch für Menschen aus anderen Gemeinden (Ökumene) offen ist. Er hat derzeit 15 ständige Mitglieder. Neben der Ausgestaltung von Gottesdiensten gibt der Chor Konzerte in der Kirche. Daneben finden in der Kirche immer wieder Konzerte anderer Veranstalter statt.

3.3 Amtshandlungen / Seelsorge

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ (1.Korinther 13,13)

Neben der Vorbereitung und Durchführung der Amtshandlungen (Taufe, Trauung und Beerdigung), wo Menschen in besonderen Lebenslagen einer seelsorgerlichen Betreuung bedürfen, gibt es einen Besuchsdienst, dem neben dem Pfarrer derzeit vier Ehrenamtliche angehören. Er hat die Aufgabe, die Senioren der Gemeinde zum 75./80./85. und folgenden Geburtstagen zu besuchen. Außer der Ehrung der Senioren soll er Kontakte pflegen und auch Rückmeldung geben über Bedarf an Seelsorge oder sonstiger Hilfe.

3.4 Volksmissionarische Arbeit

„Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ (Apg.2,42)

Der Hauskreis unserer Kirchengemeinde trifft sich in regelmäßigen Abständen in Privathäusern der Gemeinde. Ziel ist es, durch regelmäßiges Zusammenkommen, durch gemeinsames Nachdenken über biblische Texte, durch Singen und Beten im Glauben gestärkt zu werden und geistlich zu wachsen.

3.5 Freizeiten

Da wir für den Aufbau einzelner Gruppen und der Gesamtgemeinde Freizeiten für unverzichtbar halten, wurden diese zu einem äußerst wichtigen Bestandteil unserer Gemeindearbeit und des Gemeindeaufbaus.

Es werden regelmäßig Freizeiten mit Konfirmanden durchgeführt. Des Weiteren finden auch Gemeindefreizeiten statt. Hinzu kommen mehrtägige Fahrten zu unserer Partnergemeinde Breddin. Diese Freizeiten fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl der Teilnehmer und wirken in den Alltag der Gemeinde hinein.

3.6 Kinder- und Jugendarbeit

Jesus spricht: „Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes.“ (Markus 10,14)

Kinder- und Jugendarbeit hat in unserer Gemeinde eine große Bedeutung. Sie geschieht in Gruppen und Kreisen unterschiedlicher Altersgruppen: Von den Quellenzwergen und Düsselkindern über Jungschar, Konfiarbeit, Jugendkreis bis hin zum Offenen Jugendtreff. Hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter widmen sich dieser Aufgabe. Aus der Jugendarbeit konnten ehrenamtliche Mitarbeiter auch für andere Aufgabenbereiche gewonnen werden. Hauptsächlich findet die Kinder- und Jugendarbeit im Jugendhaus und Gemeindesaal statt.

Als Gemeinde befassen wir uns mit dem bestmöglichen Schutz vor sexualisierter Gewalt und Kindeswohlgefährdung, wir tun dies mit dem Ziel, eine Kultur der Achtsamkeit zu erreichen und den Schutz von Kindern und Jugendlichen nach Möglichkeit zu sichern.

3.6.1 Kinder- und Jugendgruppen

Unsere Gemeinde beschäftigt mit eine Jugendleiterin, die neben Jugendgottesdiensten die Leitung von Jungschar und Jugendkreis innehat und den Offenen Jugendtreff betreut. Dabei kann sie auf ein Team von ehrenamtlich arbeitenden Jugendlichen zurückgreifen. Alle diese Kreise bemühen sich, neben dem Angebot einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung christliche Inhalte zu vermitteln und Brücken zu der Gemeinde zu schlagen.

Die Quellenzwerge (0-3 Jahre) und die Düsselkinder (3-6 Jahre) sind Spielgruppen für Kinder und deren Mütter. Sie finden jeweils 1 x pro Woche unter der Leitung von je einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin statt. Dieses Angebot ist offen für Familien, die nicht zur ev. Kirchengemeinde Düssel gehören.

3.6.2 Konfi-Arbeit

Die Vorbereitung auf die Konfirmation durch Unterricht und auswärtige Freizeiten stellt einen sehr wichtigen Bereich in der Gemeindearbeit dar und geschieht in enger Verbindung mit der sonstigen Jugendarbeit und zu den Eltern.

Die Konfirmandengruppe wird wöchentlich unterrichtet in Kooperation von Pfarrer und Jugendleiterin. Dazu gehört auch der regelmäßige Gottesdienstbesuch der Konfirmandinnen und Konfirmanden.

3.7 Gruppen und Kreise

Die Kirchengemeinde bietet ihren Gliedern eine Vielzahl von Gruppen und Kreisen, die das Zusammengehörigkeitsgefühl fördern und zu der aktiven Beteiligung am Gemeindeleben einladen. Außer dem Hauskreis (3.4) und den Kinder- und Jugendgruppen (3.6) existieren folgende Kreise:

  • Der Frauenkreis in Düssel trifft sich jeweils wöchentlich und wird von der Gemeindehelferin geleitet. Wichtig sind die geistliche Gemeinschaft und der Austausch über Lebensthemen. Andachten, Bibelarbeiten und Themengespräche bilden Schwerpunkte, außerdem helfen die Frauen bei Gemeindefesten und Veranstaltungen.
  • Ein Bastelkreis der in der Verantwortung der Gemeindehelferin steht und wöchentlich stattfindet. Dieser Kreis trägt mit seinen „Produkten“ zur Ausgestaltung des Gemeindelebens bei (Tischdekorationen für Feste, Fensterdekorationen u.a.), was ganz bewusst als „Beitrag für andere Gemeindeglieder zur Ehre Gottes“ verstanden wird. Neben dem Basteln ist den Teilnehmern aber auch die Gemeinschaft und der Gedankenaustausch sehr wichtig.
  • Die Frauengruppe „frau ev.“ findet unter Leitung der Gemeindehelferin, einmal monatlich statt. Dieses Angebot richtet sich an Frauen mittleren Alters und besteht in einem abwechslungsreichen Programm mit geistlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Angeboten, mit Wochenendfreizeiten und Ausflügen. Gemeinschaft und Spaß stehen im Vordergrund. 20 Frauen bilden den festen Stamm dieser Gruppe. Tatkräftige Beteiligung an gemeindlichen Veranstaltungen ist für die Frauen auch dieses Kreises eine Selbstverständlichkeit.
  • Der Erwachsenenkreis trifft sich einmal monatlich im Gemeindehaus unter Leitung des Pfarrers und der Küsterin. Er richtet sich an erwachsene Gemeindeglieder jeden Alters. Mit im Durchschnitt 20 Teilnehmern erfreut sich der Kreis konstanter Beliebtheit. Die Themen des jeweiligen Abends werden von den Teilnehmenden festgelegt und bieten Vorträge, Diskussionsveranstaltungen neben geselligem Zusammensein, wobei der Informations - und Gedankenaustausch eine wichtige Rolle spielt. Gemeinschaft, Festigung des Glaubens und Bindung an die Gemeinde sind erklärte Ziele.
  • Der Männerkreis trifft sich einmal monatlich im Gemeindehaus unter Leitung eines Ehrenamtlichen. Die Themen des Kreises legen die Teilnehmer gemeinsam fest. Das Programm umfasst verschiedenste gesellschaftliche, christliche und weltliche Themen über die man sich austauscht und diskutiert. Neben den Vorträgen und Diskussionen gibt es auch Exkursionen und Ausflüge oder gemeinsame Besuche von Kulturveranstaltungen.

3.8 Öffentlichkeitsarbeit

„So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Matt. 5,16)

Um alle Gemeindeglieder und darüber hinaus Menschen über das Gemeindeleben zu informieren, erscheint unserer Gemeindebrief viermal im Jahr. Wir verstehen ihn als „Aushängeschild“ der Gemeinde, und ein Redaktionskreis von derzeit fünf Mitarbeitenden ist darauf bedacht, ihn ansprechend und attraktiv zu gestalten.

Eine ehrenamtliche Mitarbeitende kümmert sich um den Internetauftritt unserer Gemeinde. Unter www.ev-duessel.de können weltweit alle Interessierten aktuelle Informationen über unsere Gemeinde und ihre Veranstaltungen sowie über kirchliche Angelegenheiten erhalten.

3.9 Ökumene und übergemeindliche Kontakte

„Aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes.“ (Ps. 98,3)

  • Die Verbundenheit zu unserer katholischen Schwestergemeinde St. Maximin zeigt sich in gemeinsamen Gottesdiensten, Andachten und ökumenischen Schulgottesdiensten für die Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Radenberg. Die Geistlichen beider Konfessionen aus Wülfrath und Düssel treffen sich außerdem regelmäßig zum Gedankenaustausch (Konveniat).

  • Ebenso schätzen wir das freundschaftliche Miteinander mit Gemeinden und Freikirchen, die in der Nachbarschaft liegen oder zu denen Verbindungen bestehen.

  • Seit Jahrzehnten pflegen wir eine innerdeutsche Partnerschaft zu der Kirchengemeinde Breddin im Land Brandenburg. Jährlich finden abwechselnd gegenseitige Besuche statt.
  • Über das Gustav-Adolf-Werk, die Partnerschaft des Kirchenkreises zur Evangelisch- Lutherischen- Kirche in Kenia und die Missionsarbeit der Landeskirche weiß sich die Gemeinde mit der weltweiten Christenheit verbunden.

4. Konzeptioneller Ausblick und Ziele
4.1 Perspektiven

Wir wollen eine lebendige Gemeinde sein, die auch weiterhin auf Gottes Wort hört, die sich um geistliches Wachstum bemüht und die Gemeinschaft erlebt. Wir wollen Beziehungen aufbauen, pflegen und festigen. Wir wollen für einander und für andere da sein. Wir wollen Liebe üben, Hoffnung wagen und neugierig auf den Glauben machen, in dem wir selbst uns geborgen wissen.

Dazu braucht es nicht nur die Hauptamtlichen und Nebenamtlichen. Wir brauchen darüber hinaus und auch weiterhin qualifizierte und motivierte ehrenamtlich Mitarbeitende, und das in Zukunft vielleicht noch mehr als heute. Dabei geht es um alle Bereiche des Gemeindelebens, je nach Gaben und Talenten. Auch Andachten, Bibelarbeiten, Gebete, geistliche Impulse können und sollen von „Laien“ erbracht werden, die es im Sinne des „Priestertums aller Getauften“ ja so gar nicht gibt. Gleichwohl sollten geeignete Ausbildungen und geistliche Zurüstungen ermöglicht und angeboten werden.

Denn schon jetzt sehen wir Entwicklungen, die das seit Jahrhunderten übliche Modell von Gemeindeleben radikal verändern werden. Denn nicht nur die Zahl der Gemeindemitglieder pro Gemeinde schrumpft. Gleichzeitig werden immer weniger Pfarrerinnen und Pfarrer ausgebildet. Dadurch werden die Gemeinden in Zukunft gezwungen sein zu rationieren und zu rationalisieren, indem sie einzelne Aufgaben und ganze Arbeitsbereiche, die bisher von Geistlichen getragen wurden, entweder anderen Personen übertragen oder streichen. Auch wird man sich notwendigerweise den Pfarrdienst mit anderen Gemeinden teilen müssen. Es wird darüber nachzudenken sein, wie Kooperationen möglich sind und fair gestaltet werden können. Die „Kooperationsräume“ im Kirchenkreis sind ein erster Schritt in diese Richtung.

4.2 Finanzen

Die Kirchensteuer die von den Gemeindemitgliedern aufgebracht wird, sowie weitere Einnahmen wie Spenden, Vermächtnisse, Miet- und Pachtverträge, dienen in erster Linie der kirchlichen Arbeit, insbesondere der Verkündigung und der Seelsorge.

Durch die demographische Entwicklung nimmt leider der Anteil der Gemeindemitglieder stetig ab, so dass es für uns in der Zukunft immer schwieriger sein wird, ohne neue Konzepte (u.a. Fundraising, Sponsoring, Gemeindefeste, kirchliche Veranstaltungen), all diese vielseitigen Aufgaben erbringen zu können.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Kirchensteuereinnahmen in den nächsten Jahren rückläufig sein werden, da sich die Wirtschaftslage gegenüber den letzten Jahren abgekühlt hat und alle aktuellen Indikatoren auf eine schwache konjunkturelle Dynamik in Deutschland hinweisen, die die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nachhaltig dämpfen wird.

Zusätzlich sei erwähnt, dass unsere Gemeinde finanziell gut dasteht, über ein ausreichendes Vermögen zur Erfüllung ihrer Aufgaben verfügt und einen guten Rücklagenbestand hat. Nichtdestotrotz werden wir in den kommenden Jahren unsere Sparbemühungen weiterhin konsequent vorantreiben müssen.

4.3 Konkrete Ziele

Die Gemeinde verfolgt folgende konkrete Ziele:

4.3.1 Es soll Tauferinnerungsgottesdienste geben. Diese sollen fünf Jahre nach der Taufe stattfinden und den Täuflingen, die in der Regel als Säuglinge getauft werden, die Möglichkeit bieten, sich die Aufnahme in die Gemeinde bewusst zu machen.

4.3.2 Wir wollen Erwachsenenseminare für junge Eltern anbieten, die sie bei Glaubensfragen, mit denen ihre Kinder auf sie zukommen, unterstützen sollen.

4.3.3 Wir festigen die vom Kirchenkreis eingerichteten Kooperationsräume mit benachbarten Gemeinden durch Auswärtsspiel-Gottesdienste, Kennenlernen der anderen Presbyterien.

4.3.4 Wir sondieren Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden durch gemeinsame Gottesdienste, Konfi-Arbeit, Freizeiten, etc.

Wir verpflichten uns, diese Ziele alle zwei Jahre zu überprüfen.

Wülfrath, den 12.04.2019

Das Presbyterium Düssel